Studiengang

1. Vorkurs

Der Vorkurs soll die Kollegiaten fit machen für den Übertritt in die Einführungsphase, dem eigentlichen Beginn des Bildungsganges am Ilmenau-Kolleg. In dem einjährigen Kurs werden die Teilnehmer wieder herangeführt an das schulische Leben und die Inhalte des Unterrichts am Kolleg. Dabei sollen wesentliche Voraussetzungen geschaffen werden, die es den Kollegiaten ermöglichen, Defizite in methodischen und fachlichen Bereichen auszugleichen. Der Unterricht im Vorkurs basiert konzeptionell und inhaltlich auf den weiterentwickelten Thüringer Lehrplänen für den Erwerb des Hauptschul- und Realschulabschlusses. Diese wiederum basieren auf einer gemeinsamen Konzeption zur Kompetenzentwicklung aller Schüler in Thüringen. Die angebotenen Fächer entsprechen der Stundentafel der Thüringer Kollegordnung.

 

Kernfächer Wochenstundenzahl
Mathematik 6
Deutsch 6
Englisch 6
   
Weitere Pflichtfächer  
Geografie 2
Geschichte 2
Physik 2
Chemie 2
Biologie 2
Wirtschaft/Recht 2
   
Wahlpflichtfächer  
Kunst oder Musik 2
Ethik oder Religion/td> 2

 

Der Unterricht im Vorkurs erfolgt im Klassenverband in einem Umfang von insgesamt 34 Wochenstunden unter der Betreuung einer Klassenlehrerin und verschiedener Fachlehrerinnen und Fachlehrer.

Vgl. Leitgedanken zu den Thüringer Lehrplänen für den Erwerb der allgemein bildenden Schulabschlüsse, 2011. Kapitel 2.

2. Einführungsphase

In der Einführungsphase werden die fachlichen Grundlagen vermittelt, die für einen erfolgreichen Übertritt in die Qualifikationsphase erforderlich sind. Am Ende der Einführungsphase müssen die Kollegiaten über den gleichen Wissensstand wie Schüler der allgemeinbildenden Gymnasien am Ende der Klassenstufe 10 verfügen. Für die Einführungsphase gelten die Lehrplanhinweise für die Gymnasiale Oberstufe der allgemeinbildenden Gymnasien der Klassenstufe 10.

Fächerwahl: Alle Fächer, die in der Qualifikationsphase belegt werden können, werden - bis auf die in der Qualifikationsphase neu einsetzenden Fremdsprachen - in der Einführungsphase ebenfalls angeboten.

Schüler, die in den Klassenstufen 7 bis 10 der Realschule nicht durchgehend am Unterricht in einer zweiten Fremdsprache teilgenommen haben, müssen ihre erste Fremdsprache in der gymnasialen Oberstufe beibehalten und mit Beginn der Einführungsphase eine zweite Fremdsprache wählen.

3. Qualifikationsphase

 

Aufgabenfeld

Fächer

  I  sprachlich-literarisch-künstlerisch  Deutsch, Fremdsprachen, Musik, Kunsterziehung,  Darstellen und Gestalten
  II  gesellschaftswissenschaftlich  Geschichte, Geografie, Wirtschaft und Recht, Sozialkunde,  Religionslehre und Ethik
  III   mathematisch-naturwissenschaftlich-  technisch  Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, Informatik,  Astronomie


Keinem Aufgabenfeld zugeordnet sind:

 

Aufgabenfeld

Fächer

     Seminarfach und Sport


Für Schüler, die ab dem 1. August 2009 in die Qualifikationsphase eintreten, wird der Unterricht in 

  • Fächern mit erhöhtem oder 
  • grundlegendem Anforderungsniveau sowie dem 
  • Seminarfach durchgeführt. 

Zum Ende der Einführungsphase legt jeder Schüler verbindlich seine Fächer für die zweijährige Qualifikationsphase fest. Neben den Kernfächern (Deutsch und Mathematik) führt der Schüler das Seminarfach aus der Einführungsphase in der Qualifikationsphase verpflichtend weiter.

Die Schüler belegen in der Qualifikationsphase mindestens zwölf Fächer. Dabei wählen sie aus dem Angebot der Schule neben Deutsch und Mathematik aus den drei Aufgabenfeldern je ein Fach mit erhöhtem Anforderungs-niveau.

Weiterhin sind

  • das Seminarfach und
  • sechs weitere Fächer mit grundlegendem Anforderungsniveau zu belegen
  • eine weitere Fremdsprache,
  • ein weiteres Fach aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Aufgabenfeld,
  • Kunsterziehung oder Musik,
  • Religionslehre oder Ethik sind belegungspflichtig. 

Können die Fächer Religionslehre und Ethik von der Schule nicht angeboten werden, muss zur Erfüllung der Belegungsverpflichtung ein anderes Fach mit grundlegendem Anforderungsniveau belegt werden. Die Wahl, welches Fach verbindlich wird, trifft der Schüler.

  • Sport muss nicht, kann aber belegt werden. Wird Sport nicht belegt, muss zur Erfüllung der Belegungsverpflichtung ein anderes Fach mit grundlegendem Anforderungsniveau belegt werden.
  • Geschichte muss entweder mit erhöhtem oder grundlegendem Anforderungsniveau belegt werden.
  • Außerdem kann sich der Schüler für ein dreizehntes Fach mit grundlegendem Anforderungsniveau aus dem Angebot der Schule entscheiden.

Welche konkreten Wahlmöglichkeiten an der einzelnen Schule eröffnet werden, hängt jeweils von der personellen und materiellen Situation sowie den organisatorischen Möglichkeiten der Schule, aber auch vom Wahlverhalten der Schüler ab.

Kurswahlzettel Einfühungsphase (vorbehaltlich Änderungen!)

Fächer               Stundenzahl
  
Pflichtfächer:
               
Deutsch   X             5
Mathematik   X             5
Geschichte    X             2
Seminarfach    X             1
Englisch    X             5
   

Wahlpflichtfächer:
               
Französisch  O Russisch  O         6
Physik   O Chemie   O Biologie   O     2
Physik   O Chemie   O Biologie   O Informatik   O 2
Kunst   O Musik   O         2
Geografie   O Sozialkunde   O Wirtschaft/Recht   O     2
Sport*   O             2

 Hinweise: Es müssen insgesamt 12 Fächer belegt werden. Dabei ist zunächst aus jeder Zeile ein Fach anzukreuzen.
* Wenn Sport nicht belegt wird, ist ein Ersatzfach zu belegen.

Versetzungsbedingungen: Um von der Einführungsphase in die Qualifikationsphase versetzt zu werden, gelten die Bestimmungen der Thüringer Schulordnung § 51.


Fächer mit erhöhtem Anforderungsniveau sind auf eine systematische Auseinandersetzung mit wesentlichen, die Komplexität und Vielfalt des Faches verdeutlichenden Inhalten, Theorien und Modellen gerichtet. Ziel ist die Beherrschung der fachlichen Arbeitsmethoden und ihre selbstständige Anwendung, Übertragung und theoretische Reflexion. Im Rahmen einer breit angelegten Allgemeinbildung sollen fachübergreifende Zusammenhänge hergestellt werden.

Fächer mit grundlegendem Anforderungsniveau sollen in grundlegende Sachverhalte, Problemkomplexe und Strukturen eines Faches einführen, wesentliche Arbeitsmethoden des Faches vermitteln, bewusst und erfahrbar machen sowie Zusammenhänge im Fach und über dessen Grenzen hinaus in exemplarischer Form erkennbar werden lassen.

Im Seminarfach sollen die Schüler vertiefend zu selbstständigem Lernen und wissenschaftlichem Arbeiten geführt werden, ihre Arbeitsergebnisse angemessen präsentieren und verteidigen. Dabei werden problembezogenes Denken initiiert und geschult sowie Sozialformen des Lernens trainiert. Diese verlangen sowohl Selbstständigkeit als auch Kommunikations- und Teamfähigkeit und veranlassen die Schüler, über ihre Stellung in der Arbeitsgruppe zu reflektieren.

Die Schüler belegen in der Qualifikationsphase mindestens zwölf Fächer. Dabei wählen sie aus dem Angebot der Schule neben Deutsch und Mathematik aus den drei Aufgabenfeldern je ein Fach mit erhöhtem Anforderungsniveau.

Weiterhin sind das Seminarfach und sechs weitere Fächer mit grundlegendem Anforderungsniveau zu belegen. Eine weitere Fremdsprache, ein weiteres Fach aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Aufgabenfeld, Kunsterziehung oder Musik, Religionslehre oder Ethik sind belegungspflichtig. Können die Fächer Religionslehre und Ethik von der Schule nicht angeboten werden, muss zur Erfüllung der Belegungsverpflichtung ein anderes Fach mit grundlegendem Anforderungsniveau belegt werden. Die Wahl, welches Fach verbindlich wird, trifft der Schüler. Sport muss nicht, kann aber belegt werden. Wird Sport nicht belegt, muss zur Erfüllung der Belegungsverpflichtung ein anderes Fach mit grundlegendem Anforderungsniveau belegt werden. Geschichte muss entweder mit erhöhtem oder grundlegendem Anforderungsniveau belegt werden. Außerdem kann sich der Schüler für ein dreizehntes Fach mit grundlegendem Anforderungsniveau aus dem Angebot der Schule entscheiden.

Welche konkreten Wahlmöglichkeiten an der einzelnen Schule eröffnet werden, hängt jeweils von der personellen und materiellen Situation sowie den organisatorischen Möglichkeiten der Schule, aber auch vom Wahlverhalten der Schüler ab.

 

4. Gesamtqualifikation

Die Gesamtqualifikation, also das Gesamtergebnis nach Abschluss des Abiturs, besteht aus den Teilen:

  • Qualifikation im Bereich der Halbjahresergebnisse,
  • Qualifikation im Bereich der Prüfung.


In der Gesamtqualifikation können höchstens 900 Punkte erreicht werden. Für das Bestehen des Abiturs sind mindestens 300 Punkte erforderlich.

Bis zu 600 Punkte der Gesamtqualifikation können

  • durch Leistungen aus den Halbjahresergebnissen (zwei Drittel) und
  • bis zu 300 Punkte durch Leistungen aus dem Prüfungsbereich (ein Drittel) erbracht werden.

Die Mindestanforderungen

  • für die Gesamtqualifikation im Bereich der Halbjahresergebnisse sind 200 Punkte und
  • im Bereich der Prüfungsergebnisse 100 Punkte.

Ein Punkteausgleich zwischen der Qualifikation im Bereich der Halbjahresergebnisse und der Qualifikation im Bereich der Prüfung ist nicht zulässig. Ein Halbjahresergebnis mit null Punkten darf in keinem Fall in die Gesamtqualifikation eingebracht werden.

Aus der mit der Gesamtqualifikation erreichten Punktzahl wird mit Hilfe einer Tabelle eine Durchschnittsnote errechnet. Diese Tabelle gilt für alle Länder der Bundesrepublik Deutschland.

Erhält der Schüler für die Seminarfachleistung null Punkte, so wird er nicht zur Abiturprüfung zugelassen und kann die Gesamtqualifikation nur durch Wiederholung der beiden letzten Schulhalbjahre erreichen. Die Höchstverweildauer darf dabei aber nicht überschritten werden.

Ein Schüler, der erst mit Beginn der Oberstufe am Unterricht in einer zweiten Pflichtfremdsprache teilgenommen hat, muss in der Qualifikationsphase diese Fremdsprache fortführen. Hat er ein Schulhalbjahr mit null Punkten abgeschlossen, kann die Gesamtqualifikation nur auf dem Wege der Wiederholung erreicht werden.

Die Qualifikation im Bereich der Halbjahresergebnisse

Im Verlauf der Qualifikationsphase erzielt der Schüler

  • 44 verpflichtende Halbjahresergebnisse, von denen
  • 40 in die Qualifikation im Bereich der Halbjahresergebnisse einzubringen sind.
  • 32 der 40 einzubringenden Halbjahresergebnisse müssen mit mindestens 5 Punkten abgeschlossenwerden.

In den Fächern mit erhöhtem Anforderungsniveau (Fächergruppen 1 bis 5) und in den Fächern der mündlichen Abiturprüfung sind jeweils alle vier Halbjahresergebnisse einzubringen.

In Fächern mit grundlegendem Anforderungsniveau (Fächergruppen 6 bis 11) sind jeweils wenigstens zwei Halbjahresergebnisse einzubringen.

Aus dem Wahlfach können Halbjahresergebnisse eingebracht werden.

Die Qualifikation im Bereich der Prüfung

In der Qualifikation im Bereich der Prüfung müssen in mindestens drei der fünf Prüfungsfächer jeweils mindestens fünf Punkte der einfachen Wertung erreicht werden.

Eingebracht werden :

  • die Ergebnisse der Prüfungen in den drei schriftlich geprüften Fächern,
  • das Ergebnis des vierten mündlichen Prüfungsfaches und
  • das Ergebnis der Seminarfachleistung oder des fünften mündlichen Prüfungsfaches.

Die Prüfungsergebnisse gehen jeweils in vierfacher Wertung in die Qualifikation im Bereich der Prüfung ein.

Legt ein Schüler in einem oder mehreren schriftlich geprüften Fächern eine zusätzliche mündliche Prüfung ab, wird das (Gesamt-)Ergebnis jeweils durch Wichtung der Ergebnisse der schriftlichen Prüfung und der mündlichen Prüfung im Verhältnis 2 zu 1 gebildet. Die in die Qualifikation im Bereich der Prüfung einzubringende Punktzahl wird der entsprechenden Tabelle im Anhang (Anlage 3) entnommen.

Gesamtqualifikation

 Abiturprüfung

Die allgemeine Hochschulreife erwirbt man mit Bestehen der Abiturprüfung im Rahmen der Gesamt- qualifikation. Die Abiturprüfung selbst gliedert sich in eine schriftliche und eine mündliche Prüfung. Die schriftliche Prüfung umfasst Prüfungen in drei Fächern. Die mündliche Prüfung umfasst Prüfungen in zwei Fächern, von denen die Prüfung in einem Fach durch die Seminarfachleistung ersetzt werden kann.

Die Wahl der Prüfungsfächer obliegt dem Schüler. Dabei sind folgende Bedingungen zu erfüllen:

  • Die drei schriftlichen Prüfungsfächer sind aus den Fächern des Schülers mit erhöhten Anforderungen zu wählen. Unter ihnen muss Deutsch oder Mathematik sein.
  • Unter den Prüfungsfächern müssen mindestens zwei der drei Fächer Deutsch, Fremdsprache und Mathematik sein.
  • Unter den Prüfungsfächern muss mindestens ein Fach aus jedem Aufgabenfeld nach § 77 Thüringer Schulordnung vertreten sein. Das Seminarfach deckt kein Aufgabenfeld ab.
  • Die Fächer der mündlichen Prüfung sind zwei weitere Fächer nach Wahl des Schülers. Die Seminarfachleistung kann eine mündliche Prüfung ersetzen.
  • Wahlfächer können nicht als mündliche Prüfungsfächer gewählt werden.
  • Sport kann nur am Spezialgymnasium für Sport Prüfungsfach sein.


Die Meldung zur Abiturprüfung und die Benennung der drei schriftlichen und der zwei mündlichen Prüfungsfächer erfolgt durch den Schüler schriftlich spätestens am zweiten Unterrichtstag nach Erhalt des Zeugnisses für das Kurshalbjahr 12/I bzw. 13/I. Spätestens am zweiten Unterrichtstag nach Erhalt des Zeugnisses des Halbjahres 12/II bzw. 13/II teilt der Schüler seine Entscheidung über die Einbringung der Seminarfachleistung und das verbleibende mündliche Prüfungsfach mit.

Nach Erhalt des Zeugnisses für das Kurshalbjahr 12/II bzw. 13/II wird der Schüler zur Abiturprüfung zugelassen, wenn die Mindestanforderungen im Bereich der Halbjahresergebnisse erreicht worden sind.

 Anforderungen

Fächer mit erhöhtem Anforderungsniveau sind auf eine systematische Auseinandersetzung mit wesentlichen, die Komplexität und Vielfalt des Faches verdeutlichenden Inhalten, Theorien und Modellen gerichtet. Ziel ist die Beherrschung der fachlichen Arbeitsmethoden und ihre selbstständige Anwendung, Übertragung und theoretische Reflexion. Im Rahmen einer breit angelegten Allgemeinbildung sollen  achübergreifende Zusammenhänge hergestellt werden.

Fächer mit grundlegendem Anforderungsniveau sollen in grundlegende Sachverhalte, Problemkomplexe und Strukturen eines Faches einführen, wesentliche Arbeitsmethoden des Faches vermitteln, bewusst und erfahrbar machen sowie Zusammenhänge im Fach und über dessen Grenzen hinaus in exemplarischer Form erkennbar werden lassen.

Im Seminarfach sollen die Schüler vertiefend zu selbstständigem Lernen und wissenschaftlichem Arbeiten geführt werden, ihre Arbeitsergebnisse angemessen präsentieren und verteidigen. Dabei werden problembezogenes Denken initiiert und geschult sowie Sozialformen des Lernens trainiert. Diese verlangen sowohl Selbstständigkeit als auch Kommunikations- und Teamfähigkeit und veranlassen die Schüler, über ihre Stellung in der Arbeitsgruppe  zu reflektieren.